Das Sternbild Kleiner Hund Drucken E-Mail

 

Lateinischer Name: Canis Minor
Sichtbarkeit Winter

Sternbild
Das Sternbild Kleiner Hund erstreckt sich über eine Fläche 183 Quadratgrad und gehört damit zu den kleineren Sternbildern. Es liegt östlich des Sternbildes Orion, etwas auf gleicher Höhe wie dessen linker Schulterstern Beteigeuze.

Canis major beinhaltet zwei besonders helle Sterne, Procyon und Gomeisa, die leicht am nächtlichen Himmel zu entdecken sind. Procyon bildet zusammen mit den Sternen Capella, Aldebaran, Castor und Pollux, Rigel und Sirius das so genannte Wintersechseck.

Das Zentrum des Sternbildes Kleiner Hund kulminiert etwa am 5. August, um Mitternacht.

Mythos und Geschichte

In der antiken Mythologie wurde der Kleine Hund im Sternbild Canis Minor häufig als einer der beiden treuen Jagdgefährten des Himmelsjägers Orion gedeutet. Das Sternbild des Großen Hundes enthält den zweiten der beiden Jagdhunde.

Später wurde diese Vorstellung romanisiert, und so wurde aus dem Himmelsjäger Orion die römische Göttin der Jagd, Diana, die den Kleinen und den Großen Hund seither als jagdliche Begleiter mit sich führt.

Im griechischen Kulturkreis wurde der Kleine Hund außerdem als Verkörperung des treuen Hundes Maira gedeutet, dem eine wichtige Rolle in der Geschichte des attischen Bauern Akarios zukam. Dieser wurde Dionysos, dem Gott des Weines, des Rausches und der Fruchtbarkeit, in der Kunst des Kelterns unterrichtet und erhielt von seinem göttlichen Lehrmeister einen Rebstock als Geschenk. Eines Tages bot Ikarios seinen gekelterten Wein einigen Bauern an, um dessen Wirkung an ihnen auszuprobieren und nachdem sie sich in zügelloser Weise dem unverdünnten Rebensaft hingegeben hatten, vernebelten sich ihre Sinne. In ihrer Trunkenheit vermeinten die Bauern, Ikarios habe sie vergiftet und töteten ihn in ihrem Rausch.

Anschließend verscharrten sie Ikarios toten Körper an einem einsamen Ort und verwischten alle Spuren, um ihre Tat zu verschleiern.

Erigone, die Tochter des Ikarios, bemerkte bald nach der Tat das ungewöhnliche Verschwinden ihres Vaters, bis Ikarios treuer Hund, Maira, sie an einem Zipfel ihres Gewandes an jenen Platz zerrte, wo die Mörder seinen Leichnam begraben hatten.

Als Erigone das Schicksal ihres Vaters gewahr wurde, übermannte sie die Verzweiflung und sie erhängte sich in unmittelbarer Nähe seines Grabes an einem Baum. Dionysos aber, als ihm das Schicksal des Ikarios und seiner Tochter zu Gehör kam, geriet in zornige Raserei und verhängte den Fluch über die Stadt Athen, daß alle Jungfrauen sich selbst erhängen sollten.

In ihrer Verzweiflung riefen die Bürger Athens ein Orakel an, das ihnen voraussagte, der Fluch des Dionysos könne gebrochen werden, wenn die Mörder des Ikarios gefunden und zur Rechenschaft gezogen würden. Und so geschah es auch.

Ikarios, Erigone und ihr treuer Hund Maira aber wurden von Dionysos an den Himmel versetzt. Erigone bildet seither das Sternbild der Jungfrau (Virgo), Maira das Sternbild des Kleinen Hundes (Canis Minor) und Ikarios wurde zu Bootes, der als Ochsentreiber seinen Winzerkarren führt.

Das Sternbild des Kleinen Hundes ist bereits seit der Antike bekannt. Im römischen Kulturkreis trug es den Namen seines hellsten Hauptsternes, Procyon, also „vor dem Hund“. Die Entstehung dieses Namens resultiert daraus, daß das Sternbild des Kleinen Hundes allabendlich früher im Osten aufgeht als sein großer Bruder, das Sternbild des Großen Hundes.

Auf Betreiben de r katholischen Kirche wurde im Jahr 1627 der Versuch unternommen, zahlreiche Sternbilder, die seit Jahrhunderten mit heidnischen, insbesondere aus der griechisch-römischen Götter- und Heldenmythologie entlehnten Namen versehen waren, zu christianisieren. Im Zuge dieser Umwandlung wurde das Sternbild des Kleinen Hundes in das Osterlamm umgedeutet.

Helligkeit
Von der Erde aus betrachtet erscheinen uns manche Sterne heller als andere. Die scheinbare Helligkeit eines Sterns hängt von seiner tatsächlichen Leuchtkraft, seiner Größe und seiner Entfernung zur Erde ab. So erscheint uns die Sonne als hellster Stern, doch tatsächlich ist sie lediglich von einer durchschnittlichen Größe und Helligkeit. Alleine ihre Nähe zur Erde vermittelt uns den Eindruck, dass es sich um den hellsten aller Sterne handeln müsse.

Die scheinbare Helligkeit von Sternen wird mit Hilfe einer Größenklassenskala gemessen; sie dient als Maß für die von Menschen wahrnehmbare Helligkeit eines Sternes, ohne dasss sich in ihr die tatsächliche Größe oder Leuchtkraft eines Sternes widerspiegelt.

Die hellsten Sterne besitzen eine relative Helligkeit von -1 bis -4. Mit leistungsstarken Teleskopen können schwach leuchtende Sterne eine Größenklassenordnung von 20 und mehr ausgemacht werden. Ohne technische Hilfsmittel erkennen wir unter den besten Bedingungen Sterne bis zu einer Größenklasse von 5-6.

Von den ca. 100 Milliarden Sternen der Milchstraße sind für die Menschen etwa 2.500 mit bloßem Auge wahrnehmbar. Die Leuchtfarbe eines Sternes hängt dabei von seiner Temperatur ab. Die heißesten Sterne schimmern bläulich, die kältesten rötlich.

 

 

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