Die Krankheit

Ende 2004 wurde bei Daniel ein Tumor am Stammhirn diagnostiziert.
Bei den direkt im Gehirn wachsenden Tumoren unterscheidet man hirneigene Tumore und Hirnmetastasen, die von einer Tumorerkrankung eines anderen Organes ins Gehirn gestreut haben.
Nach einer Gewebeuntersuchung wurde festgestellt, daß es sich um einen hirneigenen Tumor, ein sogenanntes anaplastisches Astrozytom handelt.

Astrozytome gehören zu den häufigsten Tumoren des Gehirns und treten vorwiegend im mittleren Lebensalter auf. Sie haben ihren Ursprung in den Astrozyten, die zum Stützgewebe (Gliazellen) des Zentralnervensystems gehören, und werden deshalb den Gliomen zugeordnet.

Der Grad der Bösartigkeit (Malignität) wird nach einer Biopsie mikroskopisch anhand feststehender Kriterien bestimmt.

Die verbreitetste Einteilung von Hirntumoren ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie basiert auf neuropathologisch-anatomischen, histologischen und genetischen Tumormerkmalen. Die Begutachtung des Tumorgewebes unter dem Mikroskop spielt dabei eine wichtige Rolle. Die WHO-Klassifikation unterscheidet vier verschiedene Tumorgrade.

WHO Grad I (gutartig)
WHO Grad II (noch gutartig)
WHO Grad III (bereits bösartig)
WHO Grad IV (bösartig)

Der WHO Grad I entspricht einem gutartigen, langsam wachsenden Tumor. Beim WHO Grad IV handelt es sich dagegen in der Regel um einen besonders bösartigen und schnell wachsenden Tumor.

Ein anaplastisches Astrozytom hat den WHO Grad III.

Bislang wurden die unterschiedlichsten tumorauslösenden Stimuli (Onkogene) für Astrozytome vorgeschlagen. Als übereinstimmender Risikofaktor hat sich die Exposition gegenüber erdölbezogenen Chemikalien (Petrochemicals) herausgestellt. Die klinische Symptomatik ist von der Lokalisation des Tumors im Gehirn oder im Spinalkanal abhängig. In der Regel beginnt sie mit andauernden Schmerzen, Empfindungsstörungen oder auch einer Epilepsie. Später treten oft noch neurologische Ausfälle (beispielsweise Lähmungen) der betroffenen Regionen hinzu. Der Nachweis erfolgt mittels Kontrastmittel im CT oder einer Kernspintomografie. Die Therapie zielt auf eine möglichst komplette chirurgische Entfernung des Tumors ab. Bei den höhergradigen Tumoren kann eine anschließende Bestrahlung des Tumorbereiches notwendig sein. Eine Heilung durch alleinige Chemotherapie ist zur Zeit (2006) nicht möglich, diese kann in Kombination mit der Strahlentherapie jedoch die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessern.